6 • Marrakesch

Der Tag beginnt entspannt mit leckerem Frühstück mit Maissuppe, Tee und Fladenbrot, das wir gemeinsam im Wohnzimmer einnehmen. Hier merkt man schön die Beziehungsorientierung der Marokkaner, die im Wohnzimmer keine weiteren Gegenstände als Tische und ein riesiges Sofa haben, das einmal herum geht und die Wände säumt.
Zu dritt ziehen Lea, Felix und ich mit dem Bus in die Stadt und gehen noch mal in Ruhe auf den großen Souk, erkunden die Medina weiter und laufen dann wieder an der alten Stadtmauer entlang, die sich 12 km lang um die Stadt windet. Sie ist so robust, dass sie wahrscheinlich auch noch die nächsten 1000 Jahre durchhalten wird und ist immer gut als Orientierungspunkt in der Stadt. Letztlich verpeilen wir es etwas, wirklich Neues zu sehen uns zu suchen, brauchen ein ganzes Weilchen um nach Hause zu fahren und sind erst um kurz vor 3 zum Mittagessen dort.

Da heute Freitag ist gibt es Couscous – eine riesige Schüssel für die gesamte Familie, aus der wir gemeinsam essen. Auf das Fleisch wird zwar nicht verzichtet, aber auf dem Couscous ist viel Gemüse und es ist sehr gut zubereitet, sodass es den Couscous der Restaurants um ein Weites übertrifft. Es ist auch eine spannende Erfahrung, um einen runden Tisch zu sitzen und mit Lea, Felix, Soufiane, Soufianes Schwager und seinem anderen Bruder zu essen und nach den versteckten Fleisch zu graben.

Nach dem Mittagessen gibt es sogar noch eine reichliche Schüssel voll leckerem Obst, sodass heute wirklich ein großer Essenstag wird. Kein Wunder, dass Soufiane sich in Deutschland erst einmal auf Diät setzen will, das würde uns wohl ähnlich gehen bei so leckerem Essen!

Eigentlich war eine halbstündige Mittagspause eingeplant, doch um halb 5 merken wir erst, dass der Tag praktisch schon fast rum ist, kriegen ein wenig Panik, es könne bald zum Tee gerufen werden und wir könnten gar nicht mehr loskommen. Soufianes Schwager wollte aber mit Adam sowieso in die Stadt, sodass wir zu viert mitfahren können und im Süden der Medina rausgelassen werden.

So ziehen wir zu viert mit gutem Guide weiter zu Fuß durch die Mellah, das jüdische Viertel, lassen uns von einem Herboriste die ganzen Gewürze, den Berber-Lippenstift, den Deo-Stein, Sandelholz und Fußreiniger erklären und bekommen eine Probe von der Chrystal Mint, die Philip mir auch schon gezeigt hatte. Der Verkäufer macht seine Sache sehr gut und erklärt sachlich und verständlich die einzelnen Zubereitungsweisen und lässt uns alles ausprobieren und riechen.

Da Freitag Abend ist, ist leider doch viel schon geschlossen, sodass wir die Saarditengräber verpassen und nun doch nicht mehr so viel von der Stadt zu sehen bekommen wie wir uns erhofft hatten. Am Kasbah-Tor (Tor = Bab) probieren wir Ramadan-Gebäck, das den Jellybeans aus Indien ähneln und in Rosenwasser eingelegt ähnlich süß ist.

Wieder mal am Bab Doukkala lösen wir Tickets nach Zagora für den nächsten Morgen, lassen uns für den besten Preis beraten und wimmeln sämtliche Tourismusführer mehr oder weniger erfolgreich ab. Immerhin sind es 160 Dirham pro Person für eine Fahrt nach Zagora für einen einfachen Bus, schon ein stolzer Preis. Vor allem für die Qualität, die letztlich dabei rauskommt.

Auch von dort haben wir so unsere Probleme, wieder nach Hause zu kommen, stehen wir doch auf der falschen Straßenseite, warten dort 20 min bis die Nummer 11 kommt, nur um dann festzustellen, dass er in die falsche Richtung fährt, so warten wir auf der gegenüberliegenden Straßenseite noch mal eine knappe halbe Stunde, bis wir endlich mit nach M’Hamid genommen werden. Mittlerweile ist es schon wieder ziemlich spät und mit 20:00 eigentlich Abendessenszeit, doch erst einmal gibt es den obligatorischen Tee mit Kuchen.

Wir machen noch ein schönes Familienshooting mit all den Lieben, bevor wir die weitere Reise planen und abends ein leckeres Gericht mit Bhindi/Okro-Schoten Essen, zu dem es Harira-Suppe gibt.

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